Der Drache: Unterkonstruktion und Bauplan
Für das Musical entsteht ein acht Meter langer Drache, der von drei bis vier Personen getragen und gespielt wird. Er schlägt mit den Flügeln, öffnet das Maul, speit (Schein-)Feuer, seine Augen leuchten, seine Füße laufen mit und sein Schwanz schlängelt sich über den Boden.
Das 3D-Modell
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Mit der Maus oder dem Finger seitlich ziehen, um das Modell zu drehen. Das Bodenraster hat 1 m Kantenlänge.
Rückgrat und Tragesystem
Das Rückgrat verläuft oben im Rückenfirst, etwa 2,05 m über dem Boden. Im Körper besteht es aus zwei je 2 m langen Alu-Rohren, die über ein Stück Gewebeschlauch gelenkig verbunden sind, damit der Drache in der Mitte abknicken kann. Hals und Schwanz haben einen biegsamen Kern aus PE-Rohr, sodass Kopf und Schwanzspitze beim Gehen nachschwingen.
Darunter hängen ovale Spanten aus PE-Wasserrohr im Abstand von etwa 60 cm, verbunden durch vier Gurtbänder. Die Träger stecken mit dem Kopf im Körperhohlraum und tragen gepolsterte Schulterjoche. Zwei Pfosten führen vom Joch zu einem Sattelbrett, das mit zwei Rohrschellen am Rückgrat sitzt. So liegt die Last auf den Schultern, das Segment kippt nicht nach vorn oder hinten, und beide Hände bleiben frei. Über eine Lochreihe mit Steckbolzen lassen sich die Pfosten an die Körpergröße anpassen.
Der Rock bis zum Boden
Die Bespannung reicht bis knapp über den Boden und steht nach dem Reifrock-Prinzip vom Körper ab. Senkrechte Rippen aus PE-Rohr hängen an den Spanten und tragen unten einen Saumreif aus Reifrockband, einem kunststoffummantelten Federstahl, der in einen Tunnelzug eingenäht ist. Rippen und Reif geben bei Berührung nach und federn zurück. Der Rock ist in eine vordere und eine hintere Sektion geteilt, die sich am Körpergelenk etwa 40 cm überlappen, damit der Drache Kurven gehen kann.
Damit niemand stolpert, hängt der Saum 3 bis 5 cm über dem Boden, seitlich liegen mindestens 50 cm zwischen Trägerfuß und Saum, vorn und hinten mindestens 40 cm. Unten kreuzt nichts den Laufweg. Auf Augenhöhe der Träger sind Sichtfenster aus schwarzer Bühnengaze eingesetzt, die gleichzeitig für Luft sorgen, und jeder Träger hat einen Notausstieg als Klettschlitz.
Füße, die mitlaufen
Jeder Drachenfuß ist eine Pranke aus EVA-Schaum mit Krallen. Ein Rundstab verbindet ihn mit einem Knieschoner des Trägers und läuft durch einen senkrechten Schlitz im Rock, den ein aufgenähter, gepolsterter Oberschenkel verdeckt. Jeder Schritt des Trägers hebt und setzt so den Drachenfuß im richtigen Gangrhythmus, ganz ohne Hände.
Der Schwanz am Boden
Hinter dem Rock senkt sich der Schwanz zum Boden und liegt auf etwa 1,3 m Länge auf. Er besteht aus einem biegsamen PE-Rohr mit sich verjüngenden Wirbeln, auf der Unterseite schützen Filzgleiter und Kunstleder vor Abrieb. Am Ende des Rückgrats sitzt ein Drehlager mit einer Pinne nach innen: Schwenkt der hintere Träger die Pinne hin und her, läuft durch die Bodenreibung eine Welle bis in die Schwanzspitze.
Flügel, Kopf und Feuer
Die Flügel haben Holme aus Alu-Rohr und Finger aus GFK-Stäben, bespannt mit leichtem Organza oder Ripstop-Nylon, das im Bühnenlicht schimmert. Jeder Holm ragt 25 cm über sein Gelenk nach innen. Beide Hebel hängen an einer gemeinsamen Schnur mit T-Griff: 15 cm Zug heben die Flügelspitzen um rund einen Meter. Ein Expander gleicht das Flügelgewicht aus.
Der Kopf ist aus Sperrholzspanten und EVA-Schaum gebaut und sitzt auf einem Kopfstab. Den Unterkiefer öffnet ein Fahrrad-Bremszug, die Augen sind LEDs hinter halbierten Tischtennisbällen. Echtes Feuer gibt es nicht: Ein kleines Gebläse im Rachen bläst orange, rote und gelbe Chiffonstreifen nach vorn, die von LED-Streifen angeleuchtet werden, ausgelöst über einen Taster am Kopfstab.
Wer was spielt
Stückliste
Richtpreise für neu gekauftes Material aus Baumarkt und Online-Handel.
| Bauteil | Material | Menge | ca. € |
|---|---|---|---|
| Rückgrat Körper | Alu-Rundrohr 20 × 1,5 mm, 2 m | 2 | 30 |
| Hals- und Schwanzkern | PE-Rohr 32 mm | 4 m | 12 |
| Gelenke, Schwanz-Drehlager | Gewebeschlauch, Schellen, Drehteller 15 cm | 1 Satz | 20 |
| Spanten | PE-Rohr 20 mm, Rolle | 50 m | 35 |
| Längsgurte | Gurtband 25 mm | 50 m | 15 |
| Schulterjoche | Sperrholz 15 mm, Pfosten, Polster, Gurte | 3 | 45 |
| Rock-Rippen | PE-Rohr 16 mm, Rolle | 50 m | 25 |
| Saumreif | Reifrockband 10 mm | 25 m | 30 |
| Rockstoff | Polyester-Taft oder Dekosatin, blickdicht, schwer entflammbar | ca. 17 m | 100 |
| Bespannung Rücken, Hals, Schwanz | Stretch-Jersey | 6 m | 45 |
| Sichtfenster | Bühnengaze oder Fliegengitter, schwarz | 1 m | 10 |
| Flügel | Holme, GFK-Finger, Gelenke, Membran, Mechanik | 1 Satz | 105 |
| Kopf | Sperrholz, EVA-Schaum, Kleber, Kiefermechanik | 1 Satz | 72 |
| Augen und Feuereffekt | LEDs, Gebläse, LED-Streifen, Chiffon, Powerbank | 1 Satz | 55 |
| Füße | EVA-Pranken, Knieschoner, Rundstab 12 mm | 4 | 45 |
| Schwanzwirbel | EVA oder Sperrholz, Filzgleiter, Kunstleder | 1 Satz | 30 |
| Gestaltung | Schuppen, Stoff- und Acrylfarbe | 1 Satz | 40 |
| Kleinmaterial | Kabelbinder, Gewebeband, Heißkleber, Klett, Bolzen | 1 Satz | 40 |
| Summe | ≈ 750 | ||
Mit Material aus dem Fundus und gebrauchten Teilen sinken die Kosten auf etwa 550 bis 600 €: Futtertaft oder gebrauchte Vorhänge mit Flammschutzimprägnierung als Rockstoff, ein zerlegter gebrauchter Reifrock als Saumreif und umgebaute Rucksack-Tragesysteme als Schulterjoche.
Sicherheit. Alle Stoffe müssen schwer entflammbar sein (B1 nach DIN 4102 bzw. DIN EN 13501) oder entsprechend imprägniert werden; das klären wir vorab mit dem Veranstaltungsort. Unter dem Rock wird es warm, deshalb sind kleine Lüfter an den Jochen und Pausen zwischen den Szenen eingeplant. Vor dem Nähen wird eine Rocksektion mit Joch und Kniefuß gebaut und mit den Trägern auf Stolperfreiheit getestet.